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Veranstaltungen des DHV-Landesverband NRW
 

Datum Ort

 

 

Nähere Infos erhalten Sie bei einer unter Rubrik-Home angegebenen Adressen !


Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche
 

wann-wie-wo-was Kinder- und Jugendveranstaltung

Just for fun05. - 07.02.2021

Just for fun20. Akkordeonlehrgang für Kinder und Jugendliche
Just for fun goes latin – Sonne, Strand und Samba

Wenn Corona es uns erlaubt, möchten wir Euch vom 05.02.- 07.02.2021 einladen zu einem musikalischen Wochenende im Salvador Allende Haus in Oer-Erkenschwick. Wie Ihr dem Titel entnehmen könnt, wollen wir Euch diesmal musikalisch in den Süden entführen.

Jugendbildungsstätte Salvador Allende Haus,
Oer-Erkenschwick


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Ausschreibung >

Meldeschluss: 30. November 2020

Bitte beachten Sie: Die Anmeldefrist kann unter den herrschenden Bedingungen nur eine Ausschlussfrist sein. Anmeldungen, die später eingehen, können in diesem Jahr nicht mehr berücksichtigt werden.


Bundeskinderschutzgesetz

 

Info zu Jugendarbeit und Nachwuchsförderung

Haben Sie Fragen/Anregungen?
Kontaktieren Sie die Landesjugendleiterin Martina Schubert.
Email: < Martina Schubert >

Download:

< Bundeskinderschutzgesetz >


 


 


Weitere Veranstaltungen und Ankündigungen
 

Datum Veranstaltung

 


 


LandesJugendAkkordeonOrchester NRW im Rathaussaal Köln-Porz

Hochklassiges Jahresabschlusskonzert im Porzer Rathaussaal

Das LandesJugendAkkordeonOrchester NRW präsentierte unter der Leitung von Gerhard Koschel am 5. September 2020 ein hochklassiges Programm voller musikalischer Leckerbissen.

Das LJAO NRW ist ein durch den Landesmusikrat NRW gefördertes Auswahlensemble. Ziel des Ensembles ist die gezielte Unterstützung musikalischer Ausnahmetalente am Akkordeon und die Bereicherung des kulturellen Angebotes für Jugendliche und junge Erwachsene. Das Orchester bietet talentierten jungen AkkordeonspielerInnen und JungstudentInnen die Möglichkeit, auf professionellem Niveau zu musizieren. Nicht wenige Spieler*innen beschreiten später einen Weg als professionelle Musiker.

Durch die besonderen Umstände im Jahr 2020 hat das LJAO zusammen mit seinem Dirigenten Gerhard Koschel ein spezielles Programm für kleine Besetzung erarbeitet, sodass unter Einhaltung der notwendigen Coronaschutzmaßnahmen endlich auch wieder ein Livekonzert präsentiert werden konnte.

LJAO

Eröffnet wurde das Konzert mit "Festive Trumpet Tune" von David German. Des weiteren wurden der 1. Satz der 6. Sinfonie von Ludwig van Beethoven "Pastorale" sowie die "Serenade für Streicher in C-Dur" von Peter I. Tschaikowsky mit den Sätzen 1. Pezzo in forma di Sonatina, 2. Walzer, 3. Elegie, 4. Finale, hervorragend vorgetragen.
Das weitere Programm bestand aus "Clowns" von Ian Watson und Miniaturen aus Brasilien "Cinco Miniaturas Brasileiras" von Edmundo Villani-Cortes mit den Sätzen 1. Preludio, 2. Toada, 3. Choro, 4. Cantiga de Ninar, 5. Baiao. Alle Werke waren ausgezeichnet von Gerhard Koschel für Akkordeonorchester arrangiert, der auch gekonnt und kompetent durch das Programm ohne Pause führte.
Die Besucherinnen und Besucher verlangten nach Zugabe und so präsentierten die Musiker*innen zum Abschlss „Exersis“ des russischen Komponisten Oleg Gamajunov in einem Arrangement von Silke D'Inkas.

Winfried Haushalter

Das Jahreskonzert wurde zusätzlich auch online übertragen. Hier der Link unter dem der LIVESTREAM abrufbar ist.

< Link zu einem detaillierten Bericht von Anita Brandtstäter >


In Memoriam Matthias Sturm

Matthias Sturm ist am 8. Juli 2020 im Alter von 87 Jahren gestorben. Er war Ehrenvorsitzender des DHV Bezirks Mittelthein.

Foto: AO Hürth-Gleuel 1954 e.V.
Traueranzeige Matthias SturmMit acht Jahren erhielt er Akkordeonunterricht, und mit 14 Jahren unterrichtete er selbst schon Schüler auf dem Akkordeon. Von 1948 bis 1951 studierte er an der Hochschule für Musik und Tanz Köln Geige, Klavier und Harmonielehre. Mit einigen Freunden und Schülern gründete er 1954 den Akkordeon-Club Gleuel, daraus entwickelte sich später das Akkordeon-Orchester Hürth-Gleuel e.V., dessen Vorsitz er lange innehatte. Er war auch gleichzeitig bis 1996 der musikalische Leiter, bis er den Dirigentenstab an Pavel Schickmann weitergab. 1972 gründete er das Jugendorchester. Daneben unterrichtete er an der Musikschule Frechen sowie in Remscheid Akkordeon.

Von 1976 bis 2001 war er außerdem Vorsitzender des Deutschen Harmonika-Verbandes Bezirk Mittelrhein und bekleidete ab 1996 auch die Position des stellvertretenden Landesvorsitzenden Nordrhein-Westfalen. Er wurde dafür vom Bezirk Mittelrhein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Für seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten erhielt Matthias Sturm 1984 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Matthias Sturm hat in der Zeit von 1954 bis 2004 aktiv die Akkordeonszene in Hürth und der Region mitgestaltet. 2004 war er noch aktiv in die Vorbereitung und Durchführung der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen seines Vereins eingebunden. Damals erinnerte er sich an die Gründung - mit der Familie seiner späteren Frau Renate, geborene Thumm, wollte er nicht nur Hausmusik machen, sondern auch andere Kinder an das Akkordeon heranführen - durch Musikunterricht und durch gemeinsames Musizieren im Orchester. Am 16. August 1954 hatten sich zunächst sieben junge Leute zu einem Ensemble zusammengefunden. Der erste Auftritt war bei der Gleueler Kirmes ein Jahr später.

In den 1970er Jahren wurde der Verein nicht nur in der Region, sondern auch national und sogar international bekannt - durch Konzerte und Wettbewerbsbeteiligungen in Paris, Rotterdam, Luzern, Innsbruck, am Nordkap und sogar in den USA. Außerdem war er in Hürth nicht nur musikalisch präsent: in der Session 1973/74 stellten Prinz Matthias III. (Sturm), Jungfrau Horstine I. (Horst Thumm) und Bauer Hans I. (Andreas) das Dreigestirn von Hürth-Gleuel - alle Mitglieder des Akkordeon-Orchesters!

In einem Interview sagte er 2004: "Das Orchester mit aktuell 45 Aktiven, davon 15 Jugendliche, erfüllt mich mit Stolz. Es ist für mich ein ganz erhebendes Gefühl, dass ich miterleben konnte, wie das Pflänzchen, das ich gesetzt habe, Früchte trägt." Auch nachdem er den Taktstock abgegeben hatte, legte er das Akkordeon nicht beiseite.

Beim Jubiläumskonzert zum 60-jährigen Vereinsbestehen zehn Jahre später habe ich noch gemeinsam mit Gottfried Weber, dem Gründungsdirgenten des benachbarten Akkordeon-Orchesters Wesseling, länger mit ihm beim anschließenden Empfang gesprochen. Er hatte sich damals sowohl im Verein als auch in der Akkordeonszene ziemlich zurückgezogen, zumal er abends nicht mehr gut Auto fahren konnte.

Herzliche Anteilnahme an seine Frau Renate, seine Weggefährten im Orchester, seine Freunde. Trauerfeier und Urnenbeisetzung erfolgten im engsten Familienkreis. Zu einem späteren Zeitpunkt ist ein Gedenkkonzert in der Kirche St. Dionysius Hürth-Gleuel geplant.

Anita Brandtstäter

 


In Memoriam Guido Wagner

Guido Wagner ist in der Nacht vom 13./14. April 2020 im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war Akkordeon-Virtuose, -Lehrer, -Dirigent und -Komponist. Unter anderem hat er gemeinsam mit Heinz Gengler und Isolde Alka die Fortbildungslehrgänge für Akkordeonisten in Remscheid des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Auch nach seiner Pensionierung war er dort immer gerne gesehener Gast - sowohl in den Kursen als auch bei den Abend-Workshops.

Guido Wagner wurde 1934 in Kamp-Lintfort geboren und erhielt 1946 ersten Akkordeonunterricht bei Ernst Georg Heetfeld. Von 1952 bis 1955 studierte er an der Musikschule in Trossingen bei Fritz Dobler, Armin Fett und Hugo Herrmann. Ein Studienschwerpunkt war die Jugend- und Volksmusik. Zusammen mit dem Orchester des Hauses Hohner unter Rudolf Würthner unternahm er Konzertreisen, die nach Spanien, Portugal, Marokko, Algerien und Frankreich führten.

17 Jahre lang führte Wagner von 1956 bis 1973 gemeinsam mit seiner Frau Christel eine Privatmusikschule in Kamp-Lintfort und spielte oftmals im „Rheingarten” in Homberg zum Tanz auf. Von da an unterrichtete er 25 Jahre lang an der Moerser Musikschule und erhielt 1978 einen Lehrauftrag für Akkordeon an der Musikhochschule in Dortmund.

Höhepunkt seiner beruflichen Karriere war die Teilnahme am Wettbewerb um die "Trophée Mondiale" in Barcelona, wo er unter internationalen Spitzen-Akkordeonisten den sechsten Platz belegte. 2002 wurde ihm die Hugo-Herrmann-Medaille verliehen, das ist die höchste Auszeichnung des Deutschen Akkordenlehrer-Verbandes.

1985 wurde das LandesJugendAkkordeonOrchester Nordrhein-Westfalen von Jürgen Löchter gegründet. 1991 übernahm Guido Wagner gemeinsam mit dem Komponisten Hans Boll die Führung. Unter ihrer Leitung unternahm das Orchester einige Konzertreisen innerhalb Deutschlands. 1994 ging es das erst Mal ins Ausland: nach Castelfidardo - in die Hochburg der italienischen Akkordeonszene. 1996 übergab Guido Wagner den Taktstock an Herbert Nolte, der zunächst gemeinsam mit Hans Boll und anschließend alleine bis 2004 das Auswahlorchester führte.

Von 1962 bis 2010 führte Guido Wagner 47 Jahre lang das Akkordeon-Orchester Bayer Uerdingen 1950. 1962 übernahm er auch das 1. Akkordeon-Orchester Rheinhausen 1950 e.V., das er über 20 Jahre bis 1983 leitete. Mit beiden Orchestern erreichte er bei internationalen Wettbewerben in Luzern und Innsbruck hervorragende Preise.

2010 meinte er in einem Interview der Westdeutschen Zeitung: "Die Riesenbewegung mit 50 Akkordeons in einem Orchester, das hat sich erledigt. Aber das Instrument ist nicht aus der Mode, denn es gibt auch dafür neue Musik mit avantgardistischen Tendenzen. Zum eigenen Vergnügen spiele ich natürlich noch weiter, das ist doch mein Leben."

Anita Brandtstäter

Guido WagnerGuido Wagner 1987 Foto: Ralf Kaupenjohann / Guido Wagner im Gespräch mit Heinz Gengler 2008 Foto: Anita Brandtstäter

 


Meinungsaustausch zur Jugendarbeit

Jugendleiterin Martina Schubert hatte wieder zum halbjährlichen Meinungsaustausch in die Akademie der kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW in Remscheid eingeladen. Neben ihr und Landesleiter Matthias Hennecke des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen waren noch elf weitere Teilnehmer dabei. Es war eine außerordentliche positive Runde, obwohl alle um die Probleme wissen und sie auch schonungslos benennen.

Matthias Hennecke berichtete von der Arbeitsgemeinschaft Laienmusik im Landesmusikrat NRW. Der Landesmusikrat hat die Überalterung vieler Mitgliedsvereine und der Vorstände, die lange nicht veränderten Strukturen sowie die daher möglicherweise nicht mehr ganz zeitgemäße Vereinsführung in allen Musikverbänden als Problem erkannt. Die Verantwortlichen sind daher aktuell an den Meinungen, Interessen und Bedürfnissen von Jugendlichen sehr interessiert. Man will sich für die Zukunft neu und gut aufstellen. Deshalb sind die Mitgliedsverbände aufgerufen, in einem ersten Schritt zur nächsten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Laienmusik interessierte Jugendliche und junge Erwachsene mitzubringen. Ziel ist es, mit diesen ins Gespräch zu kommen, Bedarfe zu ermitteln und so Impulse für die weitere Arbeit mitzunehmen.

Die Teilnehmer brachten alle unterschiedliche individuelle Nöte und Erfahrungen, aber auch interessante Ideen mit. Probleme wie der Mangel an qualifizierten Ausbildern in unserer Region und vermeintliche Probleme wie etwa die Finanzierung von Nachwuchsprojekten wurden angesprochen und diskutiert. Es wurden einige Lösungsansätze und konkrete Vorschläge eingebracht, deren Umsetzungsmöglichkeit durch den Vorstand des Landesverbandes zu prüfen sind.

Einig war man sich nach drei Stunden angeregter Diskussion, dass Austausch und Networking für die Sicherung unserer Vereine in der Zukunft unabdingbar sind. Gemeinsam will man jetzt verschiedene Projekte angehen.

Anita Brandtstäter, Martina Schubert, Matthias Hennecke

 


Eine Erfolgsgeschichte des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen e.V.

"Freude am Musizieren" mit Jochen Frericks

Remscheid 11.01.2020: Eine Erfolgsgschichte des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen e.V. seit vielen Jahren: „Freude am Musizieren“ mit Jochen Frericks, ein Wochenend-Lehrgang am Jahresanfang in der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW Remscheid mit Kompositionen und Arrangements des Dozenten höchstens bis zum Schwierigkeitsgrad der unteren Mittelstufe. Orchester-Erfahrung wird nicht vorausgesetzt, aber der Wunsch, gemeinsam mit Gleichgesinnten zu musizieren.

Es ist immer toll, wie der Dozent es versteht, aus den zahlreichen Teilnehmern mit ganz unterschiedlichem Musiziererfahrungsstand einen Klangkörper zu formen. Dabei setzt er zunächst fast nichts voraus: weder Register noch Artikulation noch Dynamik. Und ganz nebenbei werden für die Qualität eines Orchester so wichtige Fähigkeiten wie Hauchansatz und Balgstopp eingeübt. Es sind auch etliche erfahrene Orchesterspieler dabei und ganz viele Wiederholungstäter, die einfach Freude am gemeinsamen Musizieren haben.

LandesSenioren-AO
Im Saal T der Akademie Remscheid wurde wieder mit Freude gemeinsam Musik gemacht. Foto: Anita Brandtstäter

Das Repertoire war wieder vielfältig: "Der Mond ist aufgegangen", "TV Zitate" - für beide Hände und verbunden mit einem kleinen Quiz, "A Minor Christmas" unter Verwendung von "Carol Of The Bells" und "My Favourite Things", "Freude schöner Götterfunken" von Ludwig van Beethoven, "Heilig, heilig, heilig" von Franz Schubert, "Dat du min Leevsten büst" und "Easy Swing".

Anita Brandtstäter fragte den Dozenten am Ende des Seminarwochenendes, was ihn an dieser Art von Workshops besonders reizt und wie er die Ergebnisse im Vergleich zu Workshops "Just for Fun" mit Kindern und Jugendlichen sieht. "Gerade die Mischung aus langjährigen Teilnehmern und Anfängern macht es für alle interessant. Arrangements so zu schreiben, dass sie Anfänger und Fortgeschrittene fordern, ist immer eine spannende Herausforderung. Das Einstudieren bringt aber insbesondere bei denen, die zum ersten Mal mit anderen zusammenspielen, die Erfahrung der tollen Möglichkeiten, die sich bieten, wenn man zusammen musiziert. Ebenso wie bei "Just for Fun" ist es wichtig, keinen Leistungsgedanken zu verfolgen - es sei denn, man verstünde Freude und Fun als Leistung. Jeder wird dort abgeholt, wo er gerade steht. Und wenn sich im Laufe der ersten Stunden bereits die Gruppe formt, ist ein wichtiges Ziel schon erreicht.

Die Herangehensweise der einzelnen macht aber einen großen Unterschied: viele Erwachsene machen viel mit dem Kopf und haben sehr früh konkrete Klangvorstellungen im Kopf, aber nicht immer die Geduld, darauf zu warten, dass ihre Motorik auch schon alles umsetzen kann. Kinder brauchen seltener ein Verständnis der Musik, bevor sie loslegen, sie probieren mehr aus, imitieren einfach; sie können auch ihre Ergebnisse viel unbefangener unabhängig von der Anzahl Fehler bewerten.

Aber am Ende beider Kurse gibt es immer eine Gruppe, die gerne und mit viel Spaß zusammen Musik macht," freut sich Jochen Frericks. Und alle Teilnehmer von "Freude am Musizieren" waren sich zum Schluss einig - es war wieder ein tolles Wochenende in Remscheid!

Anita Brandtstäter

< Artikel auch in "Rheinische Anzeigenblätter" >

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LandesAkkordeonOrchester NRW begeisterten im Mendelssohn-Saal

Hochklassiges Jahresabschlusskonzert in der Stadthalle Wuppertal

Wuppertal: Das LandesJugendAkkordeonOrchester Nordrhein-Westfalen hatte zu seinem Jahresabschlusskonzert in die Historische Stadthalle Wuppertal eingeladen. Mit ihrem bunten Programm war das Auswahlorchester unter Leitung von Gerhard Koschel im Sommer auf Konzertreise in Costa Rica unterwegs, sie haben dabei viele Freunde für ihre tolle Akkordeonmusik gewonnen: mit Werken aus Oper, Operette und Musical, klassischer Programmmusik, aber auch lateinamerikanischen Kompositionen.

Gast war das LandesSeniorenAkkordeonOrchester Nordrhein-Westfalen unter Leitung von Sabine Kölz. Im wunderschönen Ambiente des luftigen Mendelssohn-Saals mit Schmuck aus filigranen Engel- und Sphinx-Stukkaturen überzeugten die 30 Musiker 60+ nach ihrem Probenwochenende in der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW in Remscheid mit einem vielfältigen Programm neuer Kompositionen und Arrangements.

LandesSenioren-AO

Eröffnet wurde mit der Suite "2012", die Ian Watson aus Anlass der Olympischen Spiele 2012 in London geschrieben hat - eine tolle Originalmusik. Die Ballade "Three Roses" hat Hans-Günther Kölz seiner Frau gewidmet, und Sabine Kölz bekam danach auch von drei Damen des LandesJugendAkkordeonOrchesters  drei Rosen überreicht. Die dritte Originalkomposition stammt aus der fruchtbaren Zusammenarbeit von Martin Kopf mit Hans-Günther Kölz: "Irish Summer" ist ein eingängiger Walzer. Nach der "Sinfonia per un addio" von Rondó Veneziano, deren barocke Strukturen mit Pop-Elementen Andre Nieblich wirkungsvoll für Akkordeonorchester eingerichtet hat, gab es viel Applaus.

Zugabe war dann ein anspruchsvolles Arrangement von Wolfgang Ruß mit den größten Erfolgen von Peter Kraus aus den 1950-er und 1960-er Jahren - "Sugar Baby", "Diana", "Sweety" und "Unter einem Regenschirm am Abend" - sie wurden vom Landesorchester rhythmisch exakt, perfekt mit allen Übergängen und Tempowechseln und mit viel Spielfreude eindrucksvoll rübergebracht.

Nach einer kleinen Umbaupause eröffnete das LandesJugendAkkordeonOrchester sein Programm mit der Ouvertüre zur Oper "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart, ein Arrangement von Rudolf Würthner. Und es ging virtuos weiter mit der "Zweiten ungarischen Rhapsodie" von Franz Liszt im Arrangement des Dirigenten. Er führte auch kompetent und locker durch das Programm und erwähnte, dass diese Musik gerne in Zeichentrickfilmen verwendet wurde. "Micky Maus steht vor dem Klavier, mit gefletschten Zähnen und geballten Fäusten prügelt er brachial auf die Tasten ein. Weder das Instrument noch der Stuhl lassen sich das lange gefallen. Der Stuhl versetzt Micky einen Tritt in den Hintern, und als er sich verdutzt umdreht, befördert ihn das Klavier mit einem weiteren von der Bühne."

LandesJugend-AO

Nach einer Pause ging es mit Originalmusik weiter: Die dreisätzige "Sinfonietta concertante" im neoklassischen Stil wurde 1973 von Karl-Heinz Wolters für einen Kompositionswettbewerb geschrieben. Bravorufe nach der spritzigen Ouvertüre zu "Die Fledermaus" des Walzerkönigs Johann Strauß Sohn, ebenfalls von Gerhard Koschel arrangiert. Wirkungsvolle Programmmusik bietet der "Slawische Marsch" von Peter Ilyich Tschaikowsky, bearbeitet von Katja und Stefan Hippe. Er beschreibt den Krieg der Serben gegen die Türken, im Heer kämpften viele Russen. Es wurden slawische Volkslieder und die Zarenhymne verarbeitet. Nikolai Rubinstein dirigierte die Uraufführung am 5. November 1876 in Moskau. Sie entfachte einen "Sturm patriotischer Begeisterung": "Das gesamte Auditorium sprang auf, manche kletterten auf ihre Sitze: Bravo- und Hurrarufe vermischten sich ... Viele im Saal weinten."

Tänzerische emotionale und virtuose Musik erklang dann mit den "Symphonischen Tänze", in denen Leonard Bernstein Themen seines Musicals "West Side Story" verarbeitete - und Koschel gab dem Publikum die Einästze zu den "Mambo"-Rufen nach "Somewhere" und "Scherzo". Zum Abschluss und als Zugaben: "Conga del Fuego nuevo" von Arturo Marquez, bekannt geworden durch die Interpretation des Simón Bolívar Youth Orchestra aus Venezuela unter der Leitung von Gustavo Dudamel, "Muerte del Angel" von Astor Piazzolla mit einer hoffnungsfrohen, lyrischen Melodie umrahmt von aggressiven Motiven, mit einer Fuge a la Bach als Einleitung und - last not least - die schöne Melodie eines Liedes aus Costa Rica.

Die gut 100 Zuschauer konnten zwar nicht mitsingen wie auf der Konzerttournee durch Costa Rica, aber sie beklatschten ähnlich begeistert die jungen Musiker unter ihrem Dirigenten Gerhard Koschel eifrig - auch mit standing Ovations. Der Vorsitzende des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen Matthias Hennecke fasste in seinem Schlusswort zusammen: "Das war Akkordeonmusik auf höchstem Niveau, gekonnt dargebracht."

< Artikel auch in "Rheinische Anzeigenblätter" >

Text und Fotos: Anita Brandtstäter

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Brückenklang-Workshop in der Musikschule Leverkusen

Tango nuevo - Das Spiel der Gegensätze auf dem Akkordeon

Leverkusen 31.8.2019. Brückenklang, das Programm zur „Kulturellen Vielfalt der musikalischen Breitenkultur“ des Landesmusikrat NRW e.V. möchte mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft Impulse zur Brückenbildung in der Laienmusik Nordrhein-Westfalens setzen. Bis Ende 2019 werden unterschiedliche Maßnahmen angeboten und gefördert, so z.B. Fortbildungen und Workshops für Laienmusiker sowie Leiter von Ensembles in Bezug auf interkulturelle Inhalte und regelmäßige Begegnungsforen.

Brückenklang 2019

Projektleiterin Anika Mittendorf hatte in diesem Rahmen einen kostenfreien Tages-Workshop "Tango Nuevo - Das Spiel der Gegensätze auf dem Akkordeon!" mit Krisztián Palágyi in der Musikschule der Stadt Leverkusen ausgeschrieben - für Instrumentalpädagogen, Akkordeonisten und Laienmusiker. 16 Teilnehmer unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Instrument- und Ensembleerfahrungen aus ganz Nordrhein-Westfalen hatten sich für den Tages-Workshop angemeldet. Sie wurden in Vertretung von Abhilash Arackal von der Düsseldorfer Geschäftsstelle begrüßt. Der aus Ungarn stammende Akkordeonvirtuose Krisztián Palágyi verstand es, daraus ein veritables Ensemble zu bilden. Es herrschte eine positive und kreative Atmosphäre.

Der Workshop widmete sich der Vermittlung spieltechnischer und interpretatorischer Tipps, um einen möglichst leidenschaftlichen, authentischen und lebendigen Tango auf dem Akkordeon zu spielen. Eine besondere Rolle kam dabei der Musik Ástor Piazzollas zu. Auf dem Probenplan standen Arrangements seiner beiden bekanntesten Werke: "Libertango" und "Oblivion". Die Teilnehmer lernten unterschiedliche Balgtechniken sowie Akzent- und Betonungsmöglichkeiten inklusive Instrument-Percussion kennen.

Nach einem kleinen Vortrag über Astor Piazzolla und den Tango nuevo, gab es Stimmenproben, unterstützt von Ludovit Stranianek, einem ehemaligen Lehrer der Musikschule der Stadt Leverkusen. Die Arrangements waren vierstimmig plus Bass. Zwei Zusammenspiel-Versuche vor und nach der Mittagspause ließen schon gute Ergbnisse vermuten. In einer weiteren Stimmenprobe wurde noch der für Akkordeon-Trio gesetzte "Fango Tango" von Wolfgang Kahl einstudiert - als Zugabe.

Und beim Finale mit allen Teilnehmern konnten nach einer Durchlaufprobe dann alle drei Stücke aufgenommen werden. Prof. Dr. Robert von Zahn, Generalsekretär des Landesmusikrat NRW e.V., kam auch zu Besuch. Träger des Workshops ist außerdem die Landesmusikakademie NRW in Heek. Kooperationspartner waren die Musikschule Leverkusen und der Deutscher Harmonika-Verband e.V.

< Artikel auch in "Rheinische Anzeigenblätter" >

Text: Anita Brandtstäter
Foto: Dr. Robert von Zahn

 


Eine Hochzeit, tolle Kurse und Workshops

HochzeitDas gab es noch nie! Die Teilnehmer und Dozenten des 45. Fortbildungslehrgangs für Akkordeonisten in Remscheid des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen standen Spalier für Norbert und Judith Schneider vom 1. Akkordeon-Orchester Rheinhausen, die nach ihrem Ja-Wort auf dem Standesamt Remscheid mit ihren Akkordeon-Freunden in der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW anstoßen und die Hochzeitstorte teilen wollten.

Zum Sektempfang wurde auch Musik gemacht: Claudia und Inge spielten "Irish Blessing" und "Tanti anni prima" im Akkordeon-Duo, und Martina gratulierte mit "Hallelujah" von Leonard Cohen auf der Steirischen Harmonika. Das waren ganz viele gute Wünsche für den gemeinsamen Lebensweg - mit viel Musik und Gesundheit. Neben der Hochzeit gab es wie immer tolle Kurse und Workshops.

 

Kurse

Es ist schon Tradition, dass Helmut Quakernack bei seinem Kurs Ensemble Plus am Freitagabend eine Präsentation von Arbeitsergebnissen mit Studenten der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Violine, Oboe, Klarinette, Fagott) macht. Dieses Mal haben sie sich dem Swing gewidmet: Ragtime, Dixie, Swing, Tango, aber auch den Schwingungen, die die Musik in einem auslöst.

Kurs Ensemble

Der Kurs "Illumination" von Hans-Günther Kölz war ein ganz besonderer! Es wurden viele Originalkompositionen geprobt: "Music for a Never Made Movie" von Wolfgang Ruß, "Illumination", eine Fantasie unter Verwendung der finnischen Volksweise "Onlin sairas kun luokseni saavuit", und "Concertino" für Solo und Orchester von Hans-Günther Kölz sowie "Peace" von Ian Watson aus dem Repertoire des London Accordion Orchestra. Der Dozent musste besetzungsmäßig etwas improvisieren, weil Norbert und Judith sich am Freitag auf dem Standesamt Remscheid vermählt hatten und einige C3-Teilnehmer parallel am Freitag/Samstag in der Landesmusikakademie NRW in Heek eine Gehörbildungs- und Tonsatz-Prüfung ablegen mussten.

Kurs Hans-Günther Kölz

Zum ersten Mal als Dozent beim Fortbildungslehrgang für Akkordeonisten in Remscheid dabei: Jürgen Farkas, musikalischer Leiter beim Akkordeonverein Schönaich und langjähriger Dozent des Osterseminars der Akkordeonjugend Baden-Württemberg im Deutschen Harmonika-Verband. Er führte das teilnehmerstärkste Lehrgangsorchester zu einem veritablen Klangkörper zusammen und beeindruckte bei der Abschlusspräsentation mit einem unterhaltenden Programm von einem interessanten Arrangement von "Morning has broken" von Katja und Stefan Hippe über die Blasorchester-Komposition "Israel Shalom" von Kees Vlak und dem Electric Swing "Musicien" von Moi Et Les Autres mit dem Akkordeonisten Eric Dann bis zu "Love's Theme" von Barry White. Viel Applaus für die Musiker und den Dozenten, der auch viel aus der Lehrgangsarbeit in seiner Moderation berichtete.

Kurs Jürgen Farkas

Ein gern gesehener Dozent bei den Fortbildungslehrgängen für Akkordeonisten in Remscheid: Gerhard Koschel, der dieses Jahr wieder den Kurs 3 "Gehobenes Orchesterspiel" leitete. Er hatte vorwiegend seine Bearbeitungen klassischer Werke aus verschiedenen Musikepochen mitgebracht: von Johann Sebastian Bach, Henry Purcell, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Jean Sibelius, Louis Vierne, Johann Strauss Junior und Paul Dukas. Außerdem Bearbeitungen neuerer Werke von Arvo Part und Ástor Piazzolla. Daneben wurde auch Originalmusik geprobt: die "Sinfonietta concertante" von Karl-Heinz Wolters, arr. Rudolf Würthner, von 1973 und zwei neue Werke aus dem Repertoire des London Accordion Orchestra Rhapsody von Stuart Hancock und Clowns von Ian Watson. Vier Stücke daraus präsentierte das Lehrgangsorchester beim Abschluss am Samstag.

Reparaturkurs

Vielen Dank an die Reparateure unter Anleitung von Tristan Kindel und Wolfgang Fachmann. Sie helfen den Kursteilnehmern bei kleineren und größeren Wehwehchen ihrer Akkordeons.

Rahmenprogramm

Beim ersten Abend-Workshop begeisterte das Ensemble "con sprituoso" mit Mozart, Bach und Mussorgsky, aber auch mit unterhaltender Musik aus Computerspielen, Fernsehserien und Filmen. Die fünf Musiker haben sich vor zehn Jahren im LandesJugendAkkordeonOrchester Nordrhein-Westfalen zusammengefunden.

con sprituoso

Seit Jahren bringt Hans-Günther Kölz unter dem Motto „Young Talents“ Studenten des Hohner-Konservatorium Trossingen mit, die einen Abend für die Teilnehmer des Fortbildungslehrgangs Musik machen. Dieses Jahr begeisterten Elvira Besel, Stefan Bauer, Nils Aebersold und Cedric Biamont mit Ensemble-, Solo- und Combo-Vorträgen - von Corelli bis Gorka Hermosa!

Young Talents

Am dritten Abend verzauberte das Trio con abbandono mit Musik verschiedener Genres, meisterhaft gespielt auf Akkordeon, Klarinette und Cello: Klassik, Tango Nuevo, Klezmer, Folk... Damit präsentierten sie ihre ganz neue CD "spingtime". Anne-Lise Atrsaie, Claudia Quakernack und Beate Funk gründeten 2006 das „Trio mit Hingabe“, dessen Name Programm ist.

Trio con abbandono

Am Freitag beeindruckte das LandesJugendAkkordeonOrchester Nordrhein-Westfalen mit einem virtuosen Programm: Viel Klassik von Mozart über Tachaikowsky bis Strauß, aber auch die Sinfonietta concertante von Karl-Heinz Wolters im neoklassischen Stil. Die jungen Musiker unter Leitung von Gerhard Koschel freuten sich über viel Applaus und dankten mit zwei Zugaben.

LJAO NRW

 

HochzeitZum Rahmenprogramm gehörte auch eine Notenausstellung der Verlagsgruppe Amusiko, Heck und Tastenzauber. Tobias Dalhof präsentierte außerdem die Werke des London Accordion Orchestra in seinem Verlagsprogramm in einem Vortrag mit Musikbeispielen im Plenum.

 

 

 

 

Erfahrungsaustausch Jugendarbeit

JugendarbeitIm Anschluss an den 45. Fortbildungslehrgang für Akkordeonisten in Remscheid trafen sich in der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW 13 Vorstände und Jugendleiter aus Nordrhein-Westfalen zum Meinungsaustausch zum wichtigen Thema Jugendarbeit. Jugendleiterin Martina Schubert des Deutschen Harmonika-Verband Nordrhein-Westfalen hatte dazu eingeladen.

Berichtet wurde über positive Projekte "Gemeinsam musizieren mit Quetsch" in Wesseling, Klassenmusizieren mit Melodica in Köln und in St. Tönis sowie "Meet Music" auch mit Kindern anderer Instrumente in Form von Band-Workshops ebenfalls in St. Tönis. Wichtig ist es immer, Auftrittsmöglichkeiten für den Nachwuchs zu schaffen.

Allerdings wurde auch über die Probleme gesprochen: mangelndes Interesse der Grundschulleiter an einer Zusammenarbeit, schlechte Rückmeldungsquote nach Instrumentvorstellung, Vorbehalte gegen Orchesterarbeit bei den Hochschuldozenten, in NRW nur noch Akkordeon-Studium in Detmold und Essen möglich. Positive Erfahrungen wurden mit Ausbildern aus dem Kreis der ambitionierten Laien gemacht. Möglicherweise wären auch Grundschullehrer mit Instrumentalpädagogik als Schwerpunktfach für die Nachwuchsarbeit geeignet.

Nächstes Jahr wird der 20. Wochenend-Workshop "Just for Fun" vom Landesverband Nordrhein-Westfalen veranstaltet. Dort werden auch Anfänger und Kinder mit anderen Instrumenten integriert, es werden tolle musikalische Ergebnisse ohne Druck erzielt. Und die Teilnehmer kommen in der Regel motiviert in die Vereine zurück. Noten stellen die Dozenten auf Anfrage zur Verfügung. Es gibt auch die Möglichkeit der Hospitation.

Projekte der Jugendarbeit werden durch den Landesmusikrat NRW gefördert, wenn es sich um Bildungsmaßnahmen außerhalb des normalen Probenbetriebs handelt. Man strebt im Deutscher Harmonika-Verband eine bessere Zusammenarbeit mit dem Hohner-Konservatorium Trossingen an.

Diese Form des Networking wurde in der Abschlussrunde von allen Teilnehmern begrüßt. Anregungen zu Themen der nächsten Veranstaltung nimmt die Jugendleiterin gerne entgegen...

< Artikel auch in "Rheinische Anzeigenblätter" >

Text und Fotos: Anita Brandtstäter

Fotogalerie > hier

 


Seminarwochenende "Freude am Musizieren" mit Jochen Frericks
"Beim ersten Mal, da tut's noch weh"

Am Wochenende 18. bis 20. Januar 2019 hieß es in der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW in Remscheid „Freude am Musizieren“. Knapp 30 Akkordeonisten hatten sich zum Wochenendlehrgang getroffen, um zu erfahren, dass gemeinsam zu musizieren noch mehr Freude macht als alleine Akkordeon zu spielen. Dozent Jochen Frericks verstand es bestens, alle mit einzubeziehen, ob schon erfahrene Orchestermusiker oder Anfänger, die gerade erst einige Monate Akkordeonunterricht hatten.

Am Freitag um 20 Uhr ging es los: zunächst auch mit rechter und linker Hand: Hören, einstimmig Spielen: "Beim ersten Mal, da tut's noch weh", zweistimmig Spielen: "Horch, was kommt von draußen rein"... In Frericks Koffer waren außerdem einige Orchestersätze mit bekannten Melodien und der Laptop, um ggf. für den einen oder anderen die passende Stimme zu schreiben.

Ergebnisse von "Freude am Musizieren"
Und am Sonntag um 14:30 Uhr - nach etwa zwölf Stunden Probenarbeit - gab es ein kleines "Abschlusskonzert" für sechs Fans, darunter die Organisatoren des Lehrgangs, Landesleiter des Deutschen Harmonika-Verbandes Nordrhein-Westfalen Matthias Hennecke und Inge Gerigk, den Bezirksvorsitzenden Ruhr Andreas Focks. Auf dem Programm standen Werke und Arrangements des Dozenten: die konzertante, "entkitschte" Paraphrase "Wolfgangsee-Studien" über bekannte Melodien aus der Operette "Im weißen Rössl am Wolfgangsee", der Sommer-Hit 2018 "Bella Ciao" mit einem lyrischen Tango-Teil und - last not least - eine Volkslied-Bearbeitung von "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten", dem Lied der Loreley. Eine beeindruckende Leistung, wie Jochen Frericks aus den Teilnehmern ganz unterschiedlichen Niveaus ein veritables Orchester geformt hat, bei dem auch die Anfänger gut mitmachen konnten, auch wenn sie nicht alle Tipps und Erklärungen des Dozenten sofort in die Finger umsetzen konnten.

Gearbeitet hatte man noch an weiteren Volkslied-Bearbeitungen, an einer Ouvertüre frei nach Mozart, Beethoven und Bizet, an Mozarts "Ave verum corpus", an "Orion light" nach der Musik zur Fernsehserie "Raumpatrouille Orion", einem "Lied For Speed" nach Michael Jackson sowie "Béla" frei nach Béla Bartok.

Tolle Oberkrainer-Combo in der Kellerbar
Zu einem Wochenendlehrgang gehören auch die Abende in der Kellerbar - am ersten Abend unterhielt ein Kölner Chor, der zur gleichen Zeit dort eine Probephase abhielt, und am zweiten Abend sorgte eine Oberkrainer-Combo für beste Stimmung. Dominik Focks hatte zwei Kumpels und Alexander Weisbecker eingeladen, um Stimmung mit Musik im Stile von Slavko Avsenik zu machen. Und das kam auch bei den anderen beiden Gruppen in der Akademie an!

Meinungsaustausch Jugendarbeit

Die Akademie Remscheid liegt zentral in Nordrhein-Westfalen und ist deshalb ein idealer Ort, um einen Meinungsaustausch zum Thema Jugendarbeit zu organisieren - insbesondere, wenn zur gleichen Zeit Fortbildungslehrgänge für Akkordeonisten dort stattfinden. Ein interessantes Networking-Treffen fand am 19. Januar statt, zu dem die Landesjugendleiterin Martina Schubert eingeladen hatte.
Zwölf Teilnehmer diskutierten angeregt über die Probleme und Möglichkeiten, in Schulen Fuß zu fassen, um Kinder für den Akkordeonunterricht zu gewinnen - dabei ist der direkte Weg zur Schulleitung manchmal nicht so erfolgreich wie z.B. ein Umweg über den Bürgermeister, das Schulamt, Sozialarbeiter, den Trägerverein der Offenen Ganztagsschule, den Förderverein...

Es wurde über die Fördermöglichkeiten informiert: mit dem NRW-Programm JeKits, durch den Landesmusikrat - sowohl im Rahmen der Förderung aus Wettspielerträgen als auch für Leuchtturm-Projekte, mit dem Programm "Musik für alle" der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände im Rahmen des Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung", über Angebote der SparDa West, der Sparkassen, der Deutschen Bank...

Bedenklich ist es, dass die Hochschule für Musik und Tanz Köln das Studium mit Hauptfach Akkordeon ab 2020 einstellt, denn wenn Nachwuchs generiert wird, müssen auch geeignete Ausbilder zur Verfügung stehen.
Wichtig ist auch, bei Ensembleproben, die Eltern mit einzubeziehen, z.B. durch ein parallel stattfindendes Eltern-Cafe oder einen Koch-Event, der durch gemeinsames Essen danach auch den Zusammenhalt stärken kann.
Die Arbeit mit Kindern erfordert immer einen langen Atem und eine hohe Frustrationstoleranz. Allerdings bringt das Geschätztwerden von den Schülern eine tolle Befriedigung, denn es zeigt, dass durch den Musikunterricht den Kindern für ihr Sozialleben etwas mitgegeben wird, auch wenn der musikalische Erfolg nicht immer befriedigend ist.

Das nächste Treffen - hoffentlich mit mehr Vereinsvertretern - ist geplant für den 15. Juni 2019 im Rahmen des Fortbildungslehrgangs für Akkordeonisten in Remscheid in der Pfingstwoche.

< Artikel auch in "Rheinische Anzeigenblätter" >

Text und Foto: Anita Brandtstäter

Fotogalerie > hier

Freude am Musizieren

 


Eine neue Schulung für Vereinsvorstände

12. Januar 2019
"Ehrenamt in der Musik - und wie! - Wege in eine erfolgreiche und motivierte Vereinsführung", so hieß eine Schulung in den Räumlichkeiten des Chorverbandes NRW in Dortmund. Koordiniert wurde der Orientierungstag von Bernhard van Almsick von der Landesmusikakademie NRW. Gastgeberin war Susanne Läge von der Sängerjugend im Chorverband NRW.

Im Vorbereitungsteam waren vom Deutscher Harmonika-Verband Nordrhein-Westfalen Andreas Focks, Claus Franke und Martina Schubert.

Ein Impulsreferat zur Organisationsentwicklung im Musikverein hielt Matthias Laurisch von der Deutschen Bläserjugend: Wie ist eine passfähige Struktur? Gibt es Ziele? Wie sieht die Willkommens- und Anerkennungskultur aus? Wie klappt der Know-How-Transfer?

Drei Teilnehmer - aus einem Chor, einem Liebhaberorchester und dem Akkordeonorchester Akkordeonklänge Vest Recklinghausen - stellten Praxisbeispiele aus ihren Vereinen vor.

In einem World-Café widmete man sich dann den Fragen: Welche Voraussetzungen brauchen Menschen, um sich ehrenamtlich zu engagieren - sowohl persönlich als auch an Rahmenbedingungen? Was brauchen Ehrenamtler in der heutigen Zeit konkret, um ihre Aufgabe zu erfüllen?

Schließlich wurde gesammelt, welche Themenbereiche eine weitere Fortbildung hin zu einer ehrenamtsfreundlichen und motivierten Vorstandsarbeit umfassen sollte. Und Eva Luise Roth stellte kurz das Angebot des Landesmusikrat NRW vor.

Herzlichen Dank für einen guten Networking-Tag in angenehmem Klima - mit viel Bestätigung, aber auch konkreten Anregungen, z.B. eine Vereins-Leitbild zu entwickeln...

Text und Foto: Anita Brandtstäter

LJAO

 

 


 

 

 

 
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